Germania schlingert: Wackelt jetzt der Flughafen Erfurt-Weimar insgesamt?

ERFURT – Nach der guten Nachricht vom Dezember, dass der Betrieb des Flughafens Erfurt-Weimar für die Jahre von 2019 bis 2023 gesichtert sei, ist jetzt die für den Airport wichtige Fluggesellschaft Germania ins Schlingern geraten. Grund sind Liquiditätsprobleme.

Germania hat zwei Passagierflugzeuge am Flughafen Erfurt-Weimar fest stationiert, mit denen elf Flüge pro Woche absolviert werden. Im Sommer seien es mehr. Von den rund 263.000 Flugpassagiern insgesamt in Erfurt seien im vergangenen Jahr 185.600 mit Germania geflogen. Und die Zahlungen seien bisher stets pünktlich eingegangen. Die Fluggesellschaft hat inzwischen auch erklärt, über mehrere Optionen zu verfügen, die Liquiditätsprobleme zu überbrücken. Der Flugbetrieb werde wie geplant fortgeführt, teilte das Unternehmen mit.

Thüringens Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) hatte erst zum Jahresende 2018 erklärt, der Freistaat werde im Zeitraum bis 2023 den Flughafen mit weiteren 9,5 Millionen Euro bezuschussen. Der Haken an der Sache: Der Zuschuss ist an die Entwicklung der Fluggastzahlen insgesamt gebunden. Würde Germania ihre finanziellen Probleme doch nicht in den Griff bekommen, wäre das für den Flughafen insgesamt fatal.

Immerhin: Bei der Luftfracht gab es im Jahr 2018 ein Plus gegenüber dem Vorjahr von satten 18 Prozent. Der Flughafen ist zu 95 Prozent im Besitz des Landes Thüringen.




Produktion der Prinzenrolle kommt nach Thüringen

KEMPEN/KAHLA – Vor 150 Jahren erfand der belgische Bäckermeister Edouard de Beukelaer die Prinzenrolle, wie wir gestern aus der Rheinischen Post erfuhren. “Le petit prince fourrée” nannte er damals sein Produkt und widmete es dem Prinzen Philippe. Wir alle kennen den Doppelkeks mit Schokolade dazwischen. Doch nun gibt es gravierende Veränderungen, denn das Unternehmen Griesson – de Beukelaer (“Prinzenrolle”) teilte gestern mit, dass es nach über 60 Jahren das nordrhein-westfälische Kempen verlassen und die Produktion nach Kahla in Thüringen verlegen wird, wo es schon mehrere Standorte der Firma gibt. 270 Mitarbeiter seien betroffen, das Unternehmen arbeitet an einem Sozialplan.

Die Entscheidung weckt Erinnerungen an das Jahr 2003, als der Zwieback-Hersteller Brandt aus Hagen/NRW nach Ohrdruf in Thüringen abwanderte.

Der Plan ist, die Produktion der etwa 35 Millionen Prinzenrollen jährlich bis 2020 schrittweise zu verlagern. In Kahla wird das Unternehmen 100 Millionen Euro investieren. Das Unternehmen teilte mit, man wolle die Logistik näher an die ostdeutschen Produktionsstandorte bringen.

Angeblich sei der Grund für die Entscheidung auch in den fehlenden Expansionsmöglichkeiten am Standort Kempen zu suchen. Mit seinen 2100 Beschäftigten insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2017 einen Umsatz von gut 500 Millionen Euro. Zum Ergebnis gibt das Familienunternehmen keine Auskunft.

INFO: Griesson – de Beukelaer zählt zu den führenden Unternehmen im europäischen Süß- und Salzgebäckmarkt und produziert jährlich 160.000 Tonnen an den Standorten Polch (Rheinland-Pfalz), Kempen (Nordrhein-Westfalen), Kahla (Thüringen), Ravensburg (Baden-Württemberg) und Wurzen (Sachsen).




Thüringer verdienen zu wenig

Erfurt – Arbeiter und Angestellte in Thüringen verdienen im bundesweiten Vergleich eher wenig. Das geht aus der neuesten Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Danach verdient ein Thüringer im Durchschnitt monatlich 2.459 Euro brutto. Das ist durchschnittlich ca. 150 Euro weniger als Arbeitnehmer in den anderen Ost-Bundesländern und sogar fast 900 Euro weniger, als es in den westdeutschen Ländern gibt.

 

 




1.350 Opel-Arbeitsplätze in Eisenach gesichert

Eisenach – Für die Mitarbeiter des Opel-Werkes wurde jetzt Kündigungsschutz bis zum Jahr 2023 vereinbart. Das teilte die IG Metall  gestern Abend nach Gesprächen zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern mit.

Nach Einsch#ätzung der IG Metall werden damit in Eisenach rund 1.350 Arbeitsplätze gesichert, bis zu 450 Mitarbeiter können das Unternehmen auf freiwilliger Basis über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen verlassen. Die Details werden in Tarifverträgen und Gesamtbetriebsvereinbarungen zwischen den beiden Parteien geregelt. Wolfgang Schäfer-Klug, Betriebsratsvorsitzender: “Wir haben mit diesen Eckpunkten endlich das bekommen, was wir seit langem fordern: Eine Absicherung der Beschäftigten durch den Kündigungsschutz für die nächsten fünf Jahre und eine Investitionszusage für alle deutschen Standorte, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.”