Optisches Museum schließt für drei Jahre

JENA – Der Ausbau des Deutschen Optischen Museums (DOM) zu einem Erlebnis- und Wissenschaftszentrum wird Mitte des kommenden Jahres beginnen. Für die Dauer von drei Jahren ist das Museum am Carl-Zeiß-Platz dann komplett geschlossen. Die Stiftung Deutsches Optisches Museum beteiligt sich an den Kosten des Umbaus mit zehn Millionen Euro.




Drittes Wächterhaus in Erfurt: 16 Künstler unter einem Dach

ERFURT – Am Freitag wurde das dritte Wächterhaus in Erfurt feierlich eingeweiht. 16 Künstler aus verschiedenen Bereichen – unter anderem Grafik, Bildhauer, Malerei, Fotografie, Textilgestaltung – haben hier ihre Ateliers und Werkstätten bezogen.

Für die Erfurter Kulturlandschaft ist diese größte Gemeinschaft von Künstlern unter einem Dach eine Bereicherung. Nach langen Monaten des Umbaus, der Instandsetzung und des Einzugs möchte der Verein Wächterhaus e. V.  dieser Stelle seinem Anspruch gerecht werden, ungenutzten Leerstand zu vitalisieren. Die Ateliers und Werkstätten konnten am Freitag besichtigt werden.

Eine große Chance für die zahlreichen Künstler bietet sich zudem im Rahmen der Buga 2021. Durch den Eingang zum Buga-Gelände direkt am ehemaligen Garnisonslazarett können sie sich einem großen Publikum präsentieren.

Hintergrund

Das erste Erfurter Wächterhaus stand in der Talstraße 16, ein zweites Wächterhaus befindet sich in der Bürgermeister-Wagner-Straße 3. Künstler und Vereine können sich in diesen Objekten Ateliers, Werkstätten, Büro- und Ausstellungsräume herrichten. Nachdem das Objekt in der Talstraße 16 verkauft werden soll, gibt es jetzt mit dem Garnisonslazarett einen weiteren Standort.




Ordentlich Porzellan zerschlagen: Die Posse um Tobias Knoblich

ERFURT/BAYREUTH – Für Furore sorgt derzeit der Noch-Kulturdirektor der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt und designierter Kulturdirektor der Stadt Bayreuth Dr. Tobias Knoblich.

Mitte des Jahres wurde offiziell bekannt, dass sich Knoblich nach sieben Jahren als Erfurter Kulturdirektor nach Bayreuth verabschiedet. Dort wurde er im Juli ganz offiziell als Kulturreferent durch den Stadtrat bestätigt.

Seinen angekündigten Abgang aus Erfurt kann man nicht unbedingt als gelungen bezeichnen. In Erfurt sorgt die Personalie seit geraumer Zeit für Ärger. So wirft man ihm vor, dass wichtige Kulturprojekte bis hin zum Reformationsjubiläum vernachlässigt worden seien.

In Erfurt indes werden am 28. November neue Dezernenten gewählt – auch für den Bereich Kultur, Wirtschaft und Umwelt. Vertreter der Ratsfraktionen beider Städte, Erfurt und Bayreuth, zeigten sich überrascht, als Knoblich plötzlich Anfang November im engeren Bewerberkreis für die Dezernentenwahl wieder in Erfurt auftauchte.

Der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) selbst schlug ihn vor. In der Landeshauptstadt darf man dies wohl als strategischen Versuch werten, um irgendwie den Bruch Bauseweins mit seinem grünen Kooperationspartner zu retouchieren. Seine bisherige Wirtschaftsbeigeordnete Katrin Hoyer (Grüne) tritt zwar wieder an, wurde aber von Bausewein nicht vorgeschlagen. Dies könnte möglicherweise sogar zum Bruch der Kooperation zwischen den Erfurter Stadtratsfraktionen von SPD, Linken und Grünen führen.

In Bayreuth macht sich indes Verdruss breit. Wähnte sich doch der Stadtrat in Sicherheit, den neuen Kulturreferenten Anfang 2019 begrüßen zu dürfen. In einem offenen Brief an den Erfurter Oberbürgermeister und Frank Warnecke, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion,  bittet der Bayreuther SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske darum, die Bewerbung Knoblichs in Erfurt zu unterstützen. Knoblich habe in Bayreuth bereits vor Amtsantritt ordentlich Porzellan zerschlagen.

Ob man in Erfurt nach dem Verwirrspiel noch Vertrauen in Knoblich haben wird, ist mehr als fraglich. Denn auch in Erfurt verlief die Amtszeit Knoblichs nicht ohne Scherben.




“Feine Sahne Fischfilet”: Thüringer CDU kritisiert Werbung für linksradikale Punkband

ERFURT – Raymond Walk, Generalsekretär der CDU in Thüringen, kritisiert die prominente Platzierung und werbende Darstellung der radikal linken Band „Feine Sahne Fischfilet“ im Programm der Thüringer SchulKinoWochen. „Was die Verunglimpfung von Polizisten oder offener Hass auf Deutschland zur Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat beitragen sollen, erschließt sich mir nicht“, sagte Walk. Die vom 19. bis 23. November 2019 stattfindenden Schulkinowochen sind dem Thema gewidmet und werden in Erfurt mit einem Dokumentarfilm über die aus Mecklenburg-Vorpommern kommende Musiker eröffnet.

Walk, selbst Polizist, verweist auf die teils gewaltverherrlichenden und hasserfüllten Texte der Punk-Band. So finden sich Liedzeilen wie „Ich mach mich warm, weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert. Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt“, oder: „Bin bei weitem nicht frei von Sünde, aber trete vor zum Werfen. Polizist sein heißt, dass Menschen mit Meinungen Feinde sind.“

Verachtung gegenüber dem eigenen Land drückt sich in Formulierungen wie der folgenden aus: „Heute wird geteilt, was das Zeug hält. Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck.“ Im Programmheft zur Schulkinowoche heißt es: „Sie wollen bleiben, Position beziehen und in ihrer Heimat den Zusammenhalt gegen rechts stärken. Mit ebenso nachdenklichen wie radikalen Liedtexten touren sie durchs Land und setzen sich auf und neben der Bühne entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit ein.“ Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff hat in einem Blogbeitrag dafür geworben, „viele Feine Sahne Fischfilets aufzutischen“ und die Band nach Thüringen eingeladen (der Freitag, 24.10.2018).

Für Thüringens CDU-Generalsekretär dürften „diese Gesänge ganz sicher nicht zum Zusammenhalt, sondern zur weiteren Spaltung des Landes und der Gesellschaft beitragen.




Erfurt und das Bier – Sonderausstellung im Stadtmuseum

Erfurt –  Die Sonderausstellung “Es braut sich was zusammen – Erfurt und das Bier” ist jetzt im Stadtmuseum “Haus am Stockfisch” zu sehen. Erstmals werden zahlreiche Dokumente und Objekte gezeigt. Sie rekonstruieren ein bisher unbekanntes und spektakuläres Bild zum Brauwesen, Bierkonsum und Trinkverhalten. So entstand ein vielschichtiges regionales Porträt eines der beliebtesten Getränke Deutschlands: Bier ist mehr als nur die richtige Mischung aus Malz und Hopfen.

Ein abwechslungsreiches Programm begleitet die Ausstellung. Die Vortragsreihe „Erfurt und das Bier“ präsentiert monatlich mit einem Redner-Duo einen kurzweiligen Auszug aus der Geschichte des Erfurter Bieres. Den Beginn machen Dr. Steffen Raßloff und Heinz Stade am 20. September ab 18 Uhr. Es werden außerdem Ausstellungsführungen und Stadtrundgänge zu den mittelalterlichen Biereigen mit einer abschließenden Verkostung beim „Bierrufer“ in der Michaelisstraße geboten. Einen weiteren Höhepunkt bilden die exklusiven Führungen durch die Erfurter Malzwerke (Foto), die spannende Einblicke in die Geschichte des Unternehmens bieten.

Seit Jahrhunderten wurde in und um Erfurt Bier gebraut und getrunken. Es gab Hunderte von Biereigen (bürgerliche Brauer) und Dutzende von Klosterbrauereien. In der großen Ausstellung des Stadtmuseums und einem dazugehörigen Buch werden sie in Wort und Bild vorgestellt: von den ältesten archäologischen Zeugnissen über das Mittelalter und die Neuzeit bis hin zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert und zur DDR-Zeit.

Bis hin zur technischen Innovationen der Industrialisierung möchte die Ausstellung zeigen, wie über die Jahrhunderte aus einem traditionellen Handwerk ein mächtiger Wirtschaftszweig entstand und eine Stadt ohne Brauerei nicht denkbar war.

Die Thüringer Traditionsbrauerei Braugold stellte im Jahr 2010 als letzte Erfurter Großbrauerei die Produktion ein. Aber jede Zäsur bietet Raum für einen Neuanfang, denn es ist Bewegung in den Biermarkt gekommen Mit Braumanufakturen, Mikro- und Traditionsbrauereien ist ein Zurück zum stadtbürgerlichen Brauwesen erlebbar. Ihr Geschäft floriert in der Thüringer Metropole und im Freistaat, wie einst das von Paul Ziegler, der als vermögender Waidhändler und Biereigen im Jahr 1606 das Grundstück des heutigen Stadtmuseums erwarb, ein prunkvolles Wohn- und Geschäftshaus errichtete und darin Bier braute und ausschenkte.




Am Sonntag können Sie den jüdischen Friedhof in Erfurt kennenlernen

Erfurt – Der jüdische Friedhof in Erfurt beherbergt Grabsteine vom 19. Jahrhundert bis heute. Mehr als 900 Grabsteine mit deutscher wie hebräischer Inschrift sind erhalten. Unübersehbar sind die Folgen der Shoa auf dem Friedhof. Fehlstellen in den Gräberreihen, unbenutzte Grabstellen und spätere Gedenkinschriften erinnern an das Schicksal der Gemeindemitglieder. Neuere Grabsteine mit russischer Inschrift sind Zeugnis der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach 1990.

Am kommenden Sonntag (17. Juni) führt Annelie Hubrich um 14 Uhr über den Neuen Jüdischen Friedhof, die als eine der weniger bekannten Stätten jüdischer Geschichte und Gegenwart in Thüringen gilt.

Seit 1994 wird der Neue Jüdische Friedhof beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie als „Kulturdenkmal historische Park- und Gartenanlage – aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen“ geführt. Eigentümerin ist die Jüdische Landesgemeinde Thüringen.

Annelie Hubrich ist Kennerin des Ortes und erzählt von der Friedhofsnutzung sowie aus dem Leben und Schicksal der hier Bestatteten.

Der Eintritt ist frei, Treffpunkt vor dem Haupteingang, Werner-Seelenbinder-Str. 3. Von männlichen Besuchern wird eine Kopfbedeckung erbeten.




Junger Pianist Jonathan Münzel verabschiedet sich von Erfurt

Erfurt – Seine erste Klavierstunde an der Musikschule Erfurt nahm er im Jahre 2006 bei Kathrin Witschel. Schnell erkannte seine Lehrerin sein außergewöhnliches Talent, und seither hat sich Jonathan Münzel zu einer hoffnungsvollen jungen Musikerpersönlichkeit entwickelt. Inzwischen belegt er Unterricht bei Prof. Silvius von Kessel (Orgel) und bei Prof. Thomas Steinhöfel (Klavier) im Rahmen der studienvorbereitenden Ausbildung.

Nach bestandenem Abitur wird er nun im Herbst ein Studium der Kirchenmusik aufnehmen. Zuvor jedoch will er sich mit einem Konzert von seinem Erfurter Publikum verabschieden.

Am Dienstag, 19. Juni um 18:30 Uhr, spielt er im Saal der Musikschule, Barfüßerstraße 19, Werke von Rameau, Schumann, Rachmaninoff und Liszt.

Der Eintritt ist frei.




Neonazi-Konzert: Alk und Krach wieder erlaubt

Themar – Das Verwaltungsgericht Meiningen hat gestern das komplette Alkoholverbot für ein Neonazi-Konzert in Thema teilweise aufgehoben. Auf dem umzäunten Gelände durfte gestern Abend und darf auch heute ab 20 Uhr Alkohol verkauft werden. Auch die Begrenung der Teilnehmerzahl auf 1.000 wurde von den Richtern aufgehoben.  Und auch der erlaubte Lärmpegel wurde erweitert: auf 70 Dezibel bis 22 Uhr und 50 danach.

 

 




Feuerwehr diskutiert Aktivitäten des vergangenen Jahres

Erfurt – Freiwillige Feuerwehr und Stadtfeuerwehrverband Erfurt e. V. kommen heute Vormittag im Haus der sozialen Dienste zu einer Delegiertenversammlung zusammen, um über das erreichte im vergangenen Jahr zu berichten und zu diskutieren. Zu diesem Höhepunkt in der ehrenamtlichen Tätigkeit werden 200 Kameradinnen und Kameraden aus den Wehrausschüssen der Feuerwehreinheiten und den Feuerwehrfördervereinen sowie zahlreiche Gäste aus der Bundes,- Landes,- und Kommunalpolitik erwartet.