Falsche Polizeibeamte plündern Konto einer 80-Jährigen

WEIMAR – Dreisten Betrügern ging eine 80-Jährige aus Weimar auf dem Leim. An einem Abend Anfang November erhielt die Rentnerin einen Anruf, am anderen Ende der Leitung ein Mann, der sich als Kriminalbeamter der Polizei Weimar ausgab. Er teilte der älteren Dame mit, dass ihr Name und ihre Wohnadresse auf einer Liste stehe, welche sie bei einer rumänischen Einbrecherbande aufgefunden haben. Um Ihr Hab und Gut zu schützen überredete der unbekannte Mann die Frau 7000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Die Polizei würde am Folgetag vorbeikommen und diese sicherstellen – gesagt, getan!

Am nächsten Tag übergab die 80-Jährige das Bargeld, sowie Ihre EC-Karten inklusive PIN an einen bislang unbekannten Täter. Erst als die Frau zwei Tage später bei der richtigen Polizei erschien, um ihre Sachen wieder abzuholen, flog der Schwindel auf. Wie sich im Nachgang herausstellte haben die Täter in der Zwischenzeit bereits diverse Abhebungen und Überweisungen vom Konto der Frau veranlasst. Die Ermittlungen dauern an.




Land Thüringen hat inzwischen 201 Millionen Euro Corona-Soforthilfe an Unternehmer ausgezahlt

ERFURT – In Thüringen wurden seit Beginn der Corona-Krise rund 51.000 Anträge auf Soforthilfe gestellt, von denen bisher 46.000 bearbeitet worden sind. Dabei wurden mehr als 200 Millionen Euro an Gewerbetreibende und Firmen gezahlt, die durch die Infektionsgefahr und den Lockdown in wirtschaftliche Probleme geraten sind.

Insgesamt wurden in Thüringen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bisher mehr als 51 000 Anträge auf Corona-Soforthilfe gestellt. Davon seien mehr als 46 000 Anträge bereits bearbeitet. Rund 201 Millionen Euro wurden bisher an Selbstständige und Unternehmen ausgezahlt, die durch die Pandemie und die Entscheidungen zur Eindämmung der Infektionsgefahr in wirtschaftliche Not geraten seien.

Wirtschftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wies indessen Forderungen zurück, weitere Gelder ohne vorherige Prüfung auszuzahlen. Die Soforthilfen seien das Geld der Steuerzahler, und man werde sorgsam damit umgehen. Unterdessen geht die Thüringer Aufbaubank 150 Verdachtsfällen von Betrug in Zusammenhang mit den Corona-Soforthilfen nach.  In 20 Fällen seien die Betroffenen inzwischen angehört worden. Wenn Gelder zu Unrecht kassiert wurden, müssen die Unternehmen die ausgezahlten Beträge zurücküberweisen.




Aufmerksame Verkäuferin bewahrte Rentner vor Schaden

WEIMAR – Selbst als er einer Kriminalistin des Betrugskommissariats der Weimarer Kriminalpolizei gegenübersaß, bezweifelte ein 69 Jahre alter Mann aus dem Weimarer Land noch, ob er nicht doch eventuell die versprochenen 29.400 Euro gewonnen haben könnte.

Er hatte am Freitag vergangener Woche einen entsprechenden Anruf erhalten, bei dem ihm sein vermeintlicher Gewinn mitgeteilt wurde. Bei einem weiteren angekündigten Anruf durch einen angeblichen Sicherheitsdienst sollte er am Montag sogenannte Steam- Karten im Wert von 950 Euro erwerben um damit die Gebühren zu bestreiten, die für die Auszahlung seines Gewinns entstehen.

Steam-Karten dienen dazu, unkompliziert und sicher im Internet einkaufen zu können, ohne dass man seine Personalien oder Bankverbindung hinterlegen muss. Diese Anonymität wird leider auch von Kriminellen genutzt.

Als der Mann die Steam-Karten am Montag in einem Drogeriemarkt im Weimarer Atrium kaufen wollte, wurde eine Mitarbeiterin sofort misstrauisch und schickte ihn nach nebenan zur Polizei.

Die Frau hat dem 69-Jährigen damit einen Schaden von fast 1000 Euro erspart. Die Betrüger hätten sich am Telefon gemeldet und die Codes der Karten abgefragt. Damit wären sie in der Lage gewesen, im Internet einzukaufen. Auf seinen Gewinn hätte der 69-jährige bis zum Nimmerleinstag gewartet.