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Geplante Schließung: Warnstreik im Funke Druckzentrum

ERFURT – Mitarbeiter der Funke Druckzentrum Thüringen GmbH sind in der vergangenen Nacht gegen die geplante Schließung des Druckhauses in Erfurt-Bindersleben in den Warnsteik getreten. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen.

verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Bittner sagte: „Die Arbeitgeberseite hat auf unsere Arbeitsniederlegungen am 4. und 5. Mai nicht reagiert. Ein solches ignorantes Verhalten kann nur mit erneuten Streiks beantwortet werden.“

Viele der Beschäftigten arbeiten nach Angaben von Bittner seit über 30 Jahren in dem Druckzentrum. Sie hätten kein Verständnis für das Vorgehen der Mediengruppe. Aus der Redaktion gebe es Solidaritätsbekundungen für die Streikenden, sagte der Gewerkschaftssekretär.

Im vergangenen Jahr hatte die Funke Mediengruppe mit Hauptsitz in Essen angekündigt, wegen sinkender Zeitungsauflagen und alter Druckmaschinen Ende 2021 ihr Druckzentrum in Erfurt zu schließen. Von dem Aus des Druckzentrums wären 270 Mitarbeiter betroffen.




Funke-Druckzentrum wird geschlossen: 270 Mitarbeiter in Erfurt verlieren ihre Jobs

ERFURT – Ein ganz schwerer Schlag für die Mitarbeiter des Druckzentrums der Funke Mediengruppe in Erfurt: Angesichts sinkender Auflagen und einer veralteten Drucktechnik hat sich der Essener Medienkonzern entschlossen, das Zentrum Ende kommenden Jahres zu schließen. Für die 100 Drucker und 170 Versandhilfekräfte sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, heißt es aus dem Haus.

Die drei Thüringer Regionalzeitungen und die Anzeigenblätter des Verlages sollen ab 2022 in Braunschweig gedruckt werden.

Die „Thüringer Allgemeine“, die „Thüringische Landeszeitung“ und die „Ostthüringer Zeitung“ erreichen nur noch eine Auflage von etwa 200.000 Exemplaren am Tag. Nach der Vollendung der deutschen Einheit vor 30 Jahren waren es noch 550.000. Beobachter sehen in dem Prozess, bei dem nahezu alle Regionalzeitungen in Deutschland massiv an Auflage verlieren in Thüringen, die zusätzliche Problematik der spürbaren politischen Unausgewogenheit, die den politischen Wirklichkeiten im Freistaat nur noch selten gerecht wird.

Die SPD-Landtagsfraktion meldete sich inzwischen mit der Forderung zu Wort, dass Druckzentrum solle erhalten werden. Thüringen müsse nun Zentrum des medialen „Digitalisierungs-Prozesses“ werden.